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Drei Männer für jeden Fall

Hinter den Kulissen der Koelnmesse: Unterwegs mit den Hallenmeistern

Gegenüber dem Kölner Dom, am anderen Ufer des Rheins, liegt das Messegelände der Koelnmesse mit seinen elf Messehallen. 284.000 auf Hochglanz polierte Quadratmeter mit ebensolchen Ständen: So präsentieren sich unsere Hallen den Besuchern und Ausstellern. Bevor wir aber für unsere Kunden die Pforten öffnen, gibt´s in der Aufbauphase einiges zu tun, zum Beispiel für Sascha Landauer, Tobias Pauli und Heinz-Dieter Adams, die wir inoffiziell gern als „Hallenmeister“ bezeichnen.

Ich treffe die drei morgens um neun Uhr am Eingang Nord. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung für mich starten wir unseren Rundgang durch die Hallen. Das Hämmern, Bohren, Sägen und das Gewimmel sind für mich erst mal sehr irritierend, kenne ich es doch von meinem Schreibtischjob nicht. Für eine große Messe liefern mehrere Tausend LKW das Material für den Standbau – da kann es schon einmal hektisch zugehen. Im Gegensatz zu mir beeindruckt das unsere Hallenmeister nicht, sie haben stets den Überblick und lassen sich auch nicht durch das ständige Klingeln ihrer Handys aus dem Konzept bringen.

Tobias Pauli: Er und seine Kollegen haben den Blick fürs Detail

Alles dreht sich um Fragen wie: Sind die Traversen und Beleuchtungen ordnungsgemäß angebracht? Werden die zulässige Bauhöhe und die Standfläche eingehalten? Unterstützt werden die Kollegen Landauer, Adams und Pauli von externen Security-Mitarbeitern, die alle von der Koelnmesse zu sachkundigem Aufsichtspersonal geschult wurden. „Sie sind unsere erweiterten Augen und Ohren, speziell beim Aufbau großer Messen brauchen wir ihre Unterstützung“, erklärt Landauer. Gerade wenn man sich überlegt, dass einige Veranstaltungen das komplette Messegelände – also immerhin fast 45 Fußballfelder – belegen, leuchtet dies schnell ein.

Weitwinkelradar und interkulturelle Kompetenz

Für mich als Laien überhaupt nicht zu erkennen, sehen die Hallenmeister dank ihrer – wie Sascha Landauer es nennt – „Weitwinkelradare“ sofort, ob irgendetwas an den gerade entstehenden Ständen nicht stimmt. Dann heißt es messen, prüfen, vergleichen und dafür sorgen, dass die Messebauer die Fehler korrigieren. Hier wird mir das erste Mal bewusst: Nicht nur unsere Aussteller reisen aus aller Welt nach Köln, auch viele Messebauer kommen aus dem Ausland. Und das erfordert von unseren Hallenmeistern interkulturelles Feingefühl: „Andere Länder, andere Sitten. Für uns Deutsche sind viele Sicherheitsvorschriften selbstverständlich, im internationalen Vergleich sind diese aber sehr hoch. Und das stößt nicht selten auf Unverständnis bei den Messebauern“, betont Sascha Landauer. Erschwerend kommen für ihn und seine Kollegen noch sprachliche Hürden hinzu: Nicht wenige der Messebauer, insbesondere aus dem asiatischen und osteuropäischen Raum, sprechen nur gebrochenes oder gar kein Englisch. Dazu Sascha Landauer: „Manchmal wünsche ich mir einen Dolmetscher, um genau zu erklären, was an den Ständen nicht okay ist – aber mit Händen und Füßen funktioniert die Verständigung.“

Den Messebauern auf Augenhöhe zu begegnen, ist für unsere Hallenmeister wichtig. Dies zeigt Sascha Landauers Antwort auf die Frage, was er an seinem Job am besten findet: „Man grüßt sich, man kennt sich, man hilft sich.“

Man grüßt sich, man kennt sich, man hilft sich.

Nach fast zwei Stunden haben wir den ersten Rundgang so gut wie beendet, unsere letzte Station ist das Technik-Service Büro im Süden des Geländes. Hier treffen sich die Hallenmeister mit ihren externen Kollegen, um sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen und einen Blick auf den weiteren Verlauf des Tages zu werfen.

Dann heißt es für Sascha Landauer, Tobias Pauli und Heinz-Dieter Adams: Auf zur nächsten Runde! An einem Tag legen sie schon einmal gut und gerne zehn Kilometer zu Fuß zurück.