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Erinnerungen eines 90-Jährigen

Hermann Aretz war mehr als 30 Jahre bei der Koelnmesse beschäftigt – und wird 2014 ebenfalls 90.

Hermann Aretz an seinem Arbeitsplatz Ende der 1950er-JahreAls Hermann Aretz 1956 zur Messe kam, war das Wirtschaftswunder gerade in vollem Gange und die Messe zarte 32 Jahre alt – genauso wie Hermann Aretz. In diesem Jahr wird er ebenfalls 90, mehr als 30 Jahre davon war er Angestellter der Koelnmesse.

Der Messeturm mit Kölner Dom in den 1950ernAn seinen ersten Arbeitstag im Jahr 1956 kann sich Hermann Aretz noch gut erinnern: „Es war ein Samstag – damals arbeiteten wir an Samstagen noch bis 13 Uhr. Der Prokurist der Messe hat mir persönlich das Gelände gezeigt und ist mit mir auf den Messeturm gefahren. Die Zeit haben wir dabei ganz vergessen, plötzlich war es schon 16 Uhr.“ Sein damaliges Arbeitsfeld beschreibt er ganz pragmatisch: „Ich war für alles zuständig, was kein anderer machen wollte. Die Abteilung, für die ich zuständig war, nannte sich damals ,Organisation‘“. Und tatsächlich war sein Aufgabengebiet sehr breit gefächert – Messewache, Messeturm, Messefeuerwehr, Druckerei, Expedition, Reklame, Vermietung von Kongressräumen, Kindergarten zu Messen sind einige Stichworte, die ihm noch heute schnell in den Sinn kommen.

Vor seiner Messezeit war Hermann Aretz nach seiner amerikanischen Kriegsgefangenschaft zunächst als Dolmetscher am Flughafen tätig, war dann bei der Militärregierung in Köln im Bereich „Entnazifizierung“ beschäftigt Hermann Aretz (rechts) in den 1950ern mit Kollegen vor dem Deichmannhaus in der Kölner Innenstadtund arbeitete anschließend bei der Stadt Köln. „Dann haben sie bei der Messe jemanden gesucht, der etwas von Verwaltung versteht“, scherzt Hermann Aretz, der mittlerweile die Prüfung für den gehobenen Dienst erfolgreich absolviert hatte.

Großer Andrang bei der Großen Rheinischen Landwirtschaftsschau 1957 in den RheinhallenIn seinen ersten Jahren bei der Messe ging es manchmal im wahrsten Sinne des Wortes tierisch zu. „Es gab eine Landwirtschaftshalle in der regelmäßig Groß- und Kleinvieh versteigert wurde“, erinnert sich Hermann Aretz. Auch andere Geschichten des fast 90-Jährigen klingen für heutige Maßstäbe eher ungewöhnlich. Zum Beispiel hatte die Koelnmesse damals noch einen direkten Gleisanschluss, weil viele Messegüter über den Schienenweg geliefert wurden. Die Schienen führten weiter zum Mülheimer Hafen – mitten durch eine Messehalle, die nun mal dazwischen lag. Und so kam es schon einmal vor, das ein Zug durch die Halle fuhr, während links und rechts davon das Messegeschäft weiterlief. „Der Zug hatte immer Vorfahrt“, so Hermann Aretz.

Boomende Messeveranstaltung in Kombination mit wenig Platz auf der Messe und in der Stadt führte in den ersten Dienstjahren von Hermann Aretz zu anderen Kuriositäten. So wurde zum Beispiel ein Nachtzug auf den Gleisen am Auenweg abgestellt und sorgte während einer Messe für zusätzliche Bettenkapazitäten. Und auch auf dem Gelände wurde es manchmal knapp: „Bei einer interzum waren einige Stände sogar im Keller der Messe untergebracht“, erinnert sich Hermann Aretz.

2 Kommentare

  1. Lena Aufderheide | |

    Sehr geehrter Herr Hochuli,

    eventuell meinen Sie die Hausrat- und Eisenwarenmesse, dort war bestimmt auch Kochgeschirr ausgestellt.
    Diese hat 1961 zwei Mal stattgefunden: vom 24. bis 27. Februar 1961 sowie vom 8. bis 10. September 1961.
    Ich hoffe das hilft Ihnen weiter?

    Beste Grüße
    Lena Aufderheide

  2. franz hochuli | |

    Sehr geehrter Herr Aretz
    Aus einem für mich wichtigen Grund wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir das Datum der Kölner-Messe 1961 mitteilen könnten. (Internationale Messe für Kochgeschirr)

    Mit freundlichen Grüssen

    Franz Hochuli

    Bin ebenfalls 9o Jahre altund mit meiner Lebensgeschichte beschäftigt. war als Designer an mehreren Messen in Köln zwischen 196o – 197o

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