International » „Messen sind noch nicht Allgemeing…

„Messen sind noch nicht Allgemeingut“

Gerald Böse wirbt in Brüssel für Messen

In Brüssel: Messechef Gerald Böse im Gespräch mit Dr. Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank (Foto: Louise Schmidt)Bereits einige Monate vor dem offiziellen Amtsantritt als Vorsitzender des European Chapters der UFI war Koelnmesse-Chef Gerald Böse Mitte Juli in Brüssel unterwegs. Ziel war es, für die Anliegen der Messewirtschaft bei den EU-Entscheidungsträgern zu werben, Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu identifizieren und dabei die wichtige Rolle der Messewirtschaft bei der Sicherung und Schaffung von Wachstum, Beschäftigung und Innovation in Europa herauszustellen.

Offizieller Anlass: Eine Podiumsdiskussion mit weiteren Vertretern der internationalen Messewirtschaft vor Entscheidern aus dem Europäischen Parlament, der Europäischen Kommission, dem Ausschuss der Regionen und Interessensvertretern wichtiger Wirtschaftsakteure. Zudem warf Dr. Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank, in seinem Eröffnungsvortrag einen Blick auf die gesamte EU-Wirtschaft.

Podiumsdiskussion mit Vertretern der internationalen Messewirtschaft vor Entscheidern in Brüssel (Foto: Louise Schmidt)Böse: „Es kommt darauf an, vor Ort die Entscheidungsträger zu erreichen. Messen sind in den Köpfen der Verantwortlichen für hochkarätige Förderprogramme leider noch nicht Allgemeingut.“ So gibt es in der EU-Kommission Dienststellen, die sich den Anliegen der Konzerne und bedeutender Wirtschaftszweige annehmen; das Potential der Messewirtschaft für die von der neuen EU-Kommission unter Jean-Claude Juncker geplante Reindustrialisierung  Europas wird offenbar erst allmählich erkannt. „Hier besteht noch ein großer Aufklärungsbedarf“, sagte Gerald Böse. Die EU habe erfreulicherweise erkannt, wie wichtig Innovationen seien, um Arbeitsplätze und Wohlstand in Europa zu halten. Gute Ideen allein reichen aber nicht. Marketing ist auch gefordert. Hier bieten die Messen neben der Direktwerbung ein zentrales Instrument für die Unternehmen, Kunden für ihre Produkte und Dienste im Binnenmarkt und darüber hinaus zu finden. „Messen sind per se KMU-freundlich und höchst demokratisch: Große und kleine Unternehmen stehen Stand an Stand im direkten Leistungswettbewerb“.

Paul Woodward (Geschäftsführer UFI), Sergey Alexeev (Vorsitzender des UFI European Chapter), Gerald Böse (Vorsitzender der Geschäftsführung Koelnmesse), Dr. Werner Hoyer (Präsident der Europäischen Investitionsbank), Barbara Weizsäcker (Generalsekretärin European Exhibition Industry Alliance), Dr. Andreas Gruchow (Präsident EMECA), Corrado Peraboni (stellv. Vorsitzender European Chapter UFI), David Boon (stellv. Vorsitzender EU Relations EMECA) (Foto: Louise Schmidt)Es gab auch aussichtsreiche bilaterale Gespräche beispielweise mit leitenden Fachbeamten der Generaldirektion für Industrie und Unternehmenspolitik der Europäischen Kommission. Hier wird die Messewirtschaft durchaus als Chance gesehen, vor allem Klein- und Mittelbetrieben den Zugang zu Märkten zu erleichtern. Dass Messen ein eigenständiger Wirtschaftsfaktor mit einer wachsenden Palette von Dienstleistungen zur Wirtschaftsförderung in einer Region sind, wird in den EU-Institutionen langsam anerkannt.

Die Generaldirektion beschäftigt sich mit dem Ziel „Zugang zu den Märkten“ , erfolgreiche Unternehmertätigkeit zu fördern und die Rahmenbedingungen für den Mittelstand zu verbessern, damit diese Unternehmen ihr volles Potenzial in der Weltwirtschaft verwirklichen können. Böse: „Besonders interessant ist das ‘Enterprise Europe Network’, das den Mittelständlern eine  breite Servicepalette bietet.“ 600 Partner in 50 Ländern bieten Marktinformationen, rechtliche Hilfestellung und Technologietransfer bis zum Zugang zu internationalen Messen und zur Vermittlung potenzieller Geschäftspartner. „Hier“, so Böse, „bieten sich die Anknüpfungspunkte, zu beiderseitigen Nutzen: Das Netzwerk hat die potenziellen Aussteller, wir bieten als Messewirtschaft die richtige Plattform.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.