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(Fast) alle Ampeln auf Grün

Koelnmesse-Chef Gerald Böse zum Rekordjahr 2015

Messe-Chef Gerald Böse kandidiert für Vollversammlung der IHK zu Köln

Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH, im Interview zum Rekordjahr 2015, der Zukunft der Koelnmesse und den aktuellen Herausforderungen.

Wie lautet Ihre Bilanz des Koelnmesse-Jahres 2015?

Gerald Böse: 2015 war für die Koelnmesse ein historisches Rekordjahr. Wir erreichen nicht nur die bisherigen Höchstwerte aus 2013, wir stellen sie deutlich in den Schatten. Die Koelnmesse schließt das Jahr 2015 mit einem Gesamtumsatz von mehr als 315 Millionen Euro ab. 2013 lag der Umsatz bei 280 Millionen Euro. Der Gewinn liegt mit mehr als 30 Millionen Euro auch weit höher als die 17 Millionen Euro in 2013. Ich bin sehr stolz auf diese außergewöhnliche Leistung der gesamten Koelnmesse-Mannschaft hier am Standort Köln und weltweit.

Worauf basieren diese Rekorde?

Gerald Böse: Die Erfolgsgeschichte startete kurioserweise 2008/2009 am wirtschaftlichen Tiefpunkt des Unternehmens. Ab diesem Zeitpunkt haben wir uns konsequent verändert und auf unsere Stärken konzentriert. Der Weg geht weiter und ist in unserer Strategie Course IOI bis 2025 klar vorgegeben. Die Rekorde sind das Ergebnis hervorragender Team-Arbeit auf allen Ebenen. Großen Anteil hat die Entwicklung der Eigenveranstaltungen am Standort Köln. Viele konnten Steigerungen bei Aussteller-, Besucher- und Flächenzahlen erreichen. Die Umsätze sind im Vergleich zu den Vorveranstaltungen um fast acht Prozent gewachsen – einzelne Messen sogar im zweistelligen Prozentbereich, wie zum Beispiel die Anuga FoodTec oder die interzum. Auch die boomenden Gastveranstaltungen in Köln sowie der Servicebereich tragen maßgeblich zu den Rekordwerten bei. Nicht zuletzt gewinnt unser Auslandsgeschäft deutlich an Fahrt, die 2011 gestartete Internationalisierungsstrategie fruchtet.

Und ganz nebenbei wird die Koelnmesse fit für die Zukunft gemacht?

Gerald Böse: Nebenbei ist gut. Die Maßnahmen zu Koelnmesse 3.0, dem größten Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte und unsere Digitalisierungsstrategie #dIOI bindennoch lange viele Kapazitäten im Management, bei den Führungskräften und Mitarbeitern. Der Aufwand lohnt sich aber, davon bin ich überzeugt. Wir werden unseren Kunden 2030 das attraktivste Innenstadtgelände der Welt bieten. Und gleichzeitig werden wir in einigen Jahren zu den führenden Playern im Messegeschäft gehören, was digitale Ausstattung und Vermarktung, digitalen Vertrieb, digitale Services, Kommunikationsmittel und Geschäftsmodelle angeht.

Also sind alle Ampeln auf Grün?

Gerald Böse: Nicht ganz. Bei den Themen, die wir alleine und direkt beeinflussen können, bin ich absolut zuversichtlich. Wir haben hervorragende Veranstaltungen, eine hoch motivierte Belegschaft, eine effiziente Organisationsstruktur, eine schlagkräftige Strategie. Die größten Herausforderungen liegen in Themen, die wir nicht oder kaum beeinflussen können. Im Großen zum Beispiel die Sicherheitslage in der Welt und seit den Ereignissen in der Silvesternacht auch direkt in Köln. Dieses weltweite Unsicherheitsempfinden kann ein so volatiles Geschäft wie die Messewirtschaft beeinflussen. In Köln ist es außerdem die Verkehrs- und Baustellensituation in der Region, die unsere Kunden bemängeln. Wir müssen hier in enger Abstimmung mit der Stadt versuchen, das Bestmögliche für unsere Veranstaltungen heraus zu holen und den Ruf Kölns nicht weiter zu gefährden. Dazu ist dringend ein Umdenken bei Themen wie Sicherheit, Infrastruktur und Logistik nötig.

Was erwarten Sie für 2016?

Gerald Böse: Den weiteren Fortschritt von Koelnmesse 3.0, unserer Digitalen Strategie #dIOI sowie natürlich tolle Veranstaltungen! Und zwar in Köln und im Ausland. Auf zehn der im kommenden Jahr 27 Auslandsmessen zeigen wir zum Beispiel unsere „Global competence in food“ als weltweit führender Veranstalter von Messen im Ernährungsbereich und verwandten Branchen. Turnusbedingt wird 2016 ein schwächeres Jahr, für das wir noch einmal mit einem Verlust planen. Ab 2017 dann werden wir in jedem Jahr der Mittelfristplanung schwarze Zahlen schreiben. Das schaffen nur ganz wenige deutsche Messen, und das muss auch unser Ziel bleiben, um weiter unternehmerisch frei agieren zu können.

Weitere Informationen zum Messejahr 2015 und den in 2016 anstehenden Projekten finden Sie in unserer Pressemitteilung.

3 Kommentare

  1. Jakob Freitag | |

    Die Organisation kann ich nur loben! Wir kommen immer wieder gerne auf die Messe in Köln!

  2. Marco Kante | |

    Herr Böse leistet auch aus meiner Sicht großes.
    Herr Böse kann sich im Hintergrund auf ein motiviertes und loyales Mitarbeiterteam stützen.
    Als Unternehmer weiß ich, dass es ein großes Stück Arbeit ist, sein Team nachhaltig und dauerhaft zu motivieren.
    Nur so kann man dauerhaft Erfolge erzielen und nach vorne gehen.
    Meinen größten Respekt dafür.

    Ich bin stolz darauf, seit Jahrzehnten für die Koelnmesse tätig zu sein und heute mit meinem Team Herrn Böse unterstützend zur Seite stehen zu dürfen.

    Weiterhin viel Erfolg.

    Marco Kante
    Geschäftsführer
    Merbeck Gebäudereinigung GmbH

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