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Der Herr der Hallen

Markus Vogel koordiniert bei der Koelnmesse alle Hallen- und Außenflächen des Geländes

Markus Vogel koordiniert bei der Koelnmesse alle Innen- und Außenflächen
Markus Vogel koordiniert bei der Koelnmesse alle Innen- und Außenflächen.

September 2020 ist für Markus Vogel Schnee von gestern. Er ist Projektleiter Kapazitätsmanagement und damit die zentrale Schnittstelle für die Belegung von Hallen, Eingangsbereichen, Passagen, Frei- und Außenflächen. Koelnmesse, Koelnmesse Ausstellungen, KölnKongress – sie alle brauchen Markus Vogel. Wenn er eine sogenannte Projektanmeldung in Umlauf gibt, dann ist sie quasi Gesetz: Die Projektanmeldung legt genau fest, was wann wo stattfindet. Bis es soweit ist, sammelt Markus Vogel Daten und Fakten, führt zahllose Gespräche und spielt am Rechner verschiedene Möglichkeiten durch. Wenn Veranstaltung X schon ab 22:00 Uhr abgebaut wird und nicht erst am nächsten Morgen, kann dann Veranstaltung Y doch stattfinden? Der Kapazitätsmanager hält alles im Blick. Eine passende Software gibt es nicht, Markus Vogel optimiert den Excel-basierten Messeplaner stets weiter. Hunderte von Übersichten lassen sich auf seinem riesigen Bildschirm aufrufen. Jeder Winkel des Messegeländes ist hier abgebildet und in viele kleine Abschnitte unterteilt, jeder Feier-und Ferientag auf Jahre hinaus berücksichtigt. Überhaupt: die Ferien. „Erst im Juli 2014 haben die Kultusminister die Termine 2017 bis 2024 festgelegt. Dabei ist für einen Messeplaner 2017 sozusagen gestern!“ Die Folgen der späten Kultusministerentscheidung hat Markus Vogel gerade erst aus dem Weg geräumt. Denn natürlich mussten hier und da Lösungen gefunden, einige wenige Veranstaltungen verlegt werden. Für manch eine Fachbesuchermesse ist es nicht sinnvoll, Ferienzeiten zu belegen. Für Publikumsveranstaltungen hingegen kann es sinnvoll sein.

Markus Vogel blickt schon heute weit in die Zukunft hinein.
Markus Vogel blickt schon heute weit in die Zukunft hinein.

Das Umfeld im Blick

Der Planer muss auch Auswirkungen innerstädtischer Großveranstaltungen (etwa den Köln Marathon) und Baumaßnahmen im näheren Messeumfeld (Stichwort: Messe-City) berücksichtigen. Zudem hält Markus Vogel andere Messegesellschaften im Blick: „Die interzum etwa orientiert sich an der Ligna Hannover und diese an Christi Himmelfahrt, einem Feiertag, der ,wandert‘.“ Oder die Nachbarn aus Düsseldorf: „Bei Großmessen in Düsseldorf zum Beispiel sind die Hotelkapazitäten bis nach Köln hinein angespannt“, erzählt Markus Vogel. Mit dem Projektmanagern der Veranstaltungen sitzt Markus Vogel regelmäßig zusammen, mit den Logistikexperten nahezu täglich. Welche Messe hat mehr Platzbedarf als gewöhnlich? Wo könnte es nächstes Jahr oder schon übermorgen haken? Das muss er wissen. „Der Supergau wäre, eine Halle doppelt zu belegen.“ Die Probleme lägen oft in den kleinen Flächen und dem Nebeneinander von Veranstaltungen. „Eine Anuga ist für Projektmanagement und Technik vermutlich die stressigste Messe überhaupt. Nicht für mich: Die Anuga belegt alle Hallen.“ Dennoch: Auch bei einer Anuga wird bis zur Eröffnung immer wieder etwas an den Planungen verändert. Und jede kleinste Änderung wird gespeichert, damit sie auch Jahre später noch nachvollziehbar ist. Sich mit den Kollegen in allen Bereichen auszutauschen, Moderator zu sein und Konfliktlösungen anzubieten, das sind für Markus Vogel sehr wichtige Aufgaben. „Ich bin in den Gesprächen neutral. Wenn es keine Einigung gibt, entscheidet die Geschäftsführung“, sagt er. Markus Vogel hat festgestellt, dass die Bereitschaft und der Wille aller Bereiche des Unternehmens, Vieles möglich zu machen, in den vergangenen Jahren immens gewachsen ist.

Umbau auf dem Schirm

Die Zukunft bringt ganz sicher Spannendes: Koelnmesse 3.0 ist das Stichwort. „Die Bestandssanierung soll 2017 starten. Ich habe bis ins Jahr 2030 verschiedene Simulationen durchgespielt, wie wir alles möglichst konfliktfrei schaffen können.“ Gespant erwartete Markus Vogel das Ergebnis des Architekturwettbewerbs für die Neubauten im März 2016, vor allem wegen der Halle 1plus und des Terminals. „Beides wird großen Einfluss auf neue Hallenkombinationen und auf die Wegeführung haben.“ Auf dem Gelände kennt er fast jeden Winkel.

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