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Internationaler Austausch

Interview mit zwei Mitarbeiterinnen der Koelnmesse

Internationale Zusammenarbeit ist bei fast jeder Messe wichtig. Um diese weiter zu verbessern, sind Kerstin Graf, Vertriebsmanagerin für die Anuga FoodTec und korrespondierende Auslandsmessen, von Deutschland in die Tochtergesellschaft nach Indien und Giulia Azzoni, Vertriebsmanagerin bei der Koelnmesse-Tochtergesellschaft in Italien, zu den Kollegen nach Deutschland gereist, um rund zwei Monate bei den Kolleginnen und Kollegen mitzuarbeiten. Wir haben sie nach ihren Erfahrungen gefragt.

Kerstin Graf, Vertriebsmanagerin bei der Koelnmesse

 

Mit welcher Motivation sind Sie nach Indien bzw. nach Köln gegangen?

Giulia Azzoni: Ich kümmere mich in der italienischen Tochtergesellschaft um die spoga horse, spoga+gafa, die Eisenwarenmesse und das Hardware Forum in Mailand. Daher wollte ich durch den Austausch die Kooperation zwischen den Teams optimieren, indem wir uns gegenseitig besser kennenlernen. Außerdem liebe ich Deutschland – und Köln!

Kerstin Graf: Durch meine Vertriebstätigkeit bei der Anuga FoodTec aber auch der Anutec – International FoodTec India bin ich die Schnittstelle für die Projektleitung im Ausland und den Teams in Köln. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Indien war oftmals schwierig, weil bei vielen Prozessen das Verständnis auf beiden Seiten fehlte. Eine weitere Motivation für mich: Wir verkaufen bei den Auslandsmessen nicht nur die Messe, sondern auch das Land. Ich wollte Indien besser verstehen, um auch im Gespräch mit den Ausstellern zu überzeugen.

Wie waren Ihre ersten Tage im anderen Land? Wie wurden Sie empfangen?

Azzoni: Es war von Anfang an toll, alle Kollegen haben mich herzlich aufgenommen. Die meisten deutschen Kollegen sind mittlerweile gute Freunde geworden. Die Verständigung war und ist mit Deutsch und Englisch kein Problem. Außerdem war ich Teil des Koelnmesse-Laufteams – das war aufregend und hat viel Spaß gemacht.

Giulia Azzoni, Vertriebsmanagerin in Italien

Graf: Das Arbeiten vor Ort hat sich am Anfang extrem schwierig gestaltet. Allein am ersten Tag hatten wir drei Stromausfälle – typisch Indien halt. Die Arbeitstage in Indien sind definitiv „länger“ als bei uns und danach wird der Abend zum Beispiel mit gemeinsamen Aktivitäten gestaltet.

Was haben Sie aus dieser Zeit mitgenommen?

Azzoni: Ich habe nun ein besseres Verständnis von der Struktur der Koelnmesse und konnte mich tiefer in Tools wie das noch recht neue Vertriebssystem einarbeiten. Das hilft mir persönlich. Oftmals ist es auch schwer, sich in die Sicht des Gegenübers zu versetzen, von der Tochtergesellschaft in den Standort Köln zum Beispiel. Hinzu kommen kulturelle Unterschiede – meiner Meinung nach sollten wir alle versuchen, mehr auf den Anderen einzugehen, sich in seine Lage zu versetzen – gerade bei der internationalen Zusammenarbeit.

Graf: Ich habe gemerkt, dass es einige Unterschiede zwischen den Kulturen gibt, was die Kommunikation und den Umgang mit Geschäftspartnern betrifft. In Indien bedient man sich viel mehr der Bildsprache, während wir versuchen, mit Daten und Fakten zu punkten. Dort werden die Unternehmen außerdem alle besucht, man knüpft enge Beziehungen. Das weicht stark von unseren Geschäftsbeziehungen ab. Aber auch die Konzeption der Veranstaltungen ist anders. Wir prüfen alles bis ins kleinste Detail. In Indien wird das große Ganze gesehen. Ich habe durch meine Erfahrungen jetzt mehr Gelassenheit. In Indien ist das Motto: „Jugaad“ – mit bescheidenen Mitteln und Einfallsreichtum effiziente Lösungen finden.

Wie könnte man die internationale Zusammenarbeit weiter verbessern?

Azzoni: Ich fände häufigere persönliche Meetings und Schulungen zwischen dem Kölner Standort und den Tochtergesellschaften sehr wichtig. Zwei Stunden am gleichen Tisch, face to face, haben das Potenzial, im späteren Arbeitsverlauf hunderte E-Mails einzusparen!

Graf: Klar ist: Wir müssen mit den landesspezifischen Unterschieden zurechtkommen. Ich habe gemerkt, dass der persönliche Kontakt unabdingbar ist. Daher werde ich versuchen, öfter zum Telefon zu greifen statt nur eine E-Mail zu schicken.

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