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Koelnmesse-Fahrradfahrer im Interview

Thomas Schäkel aus der Unternehmenskommunikation radelt eine vergleichsweise kurze Distanz innerhalb Kölns zur Arbeit. Wie der „Brückenfahrer“ erzählt, nutzt er lieber Umwege als die direkteste Strecke.

In der Kölner Innenstadt fährt Thomas Schäkel meist abseits der vollen Hauptstraßen.

Herr Schäkel, würden Sie Köln als fahrradfreundliche Stadt bezeichnen?

Schäkel: Kürzlich habe ich ein Ranking zu fahrradfreundlichen Städten im Kölner Stadtanzeiger gesehen, dass Köln als Schlusslicht listet. Meine persönliche Antwort lautet ganz klar „Jein“. Wenn man mit einem Zirkel einen Ring um die Innenstadt mit zwei Kilometer-Durchmesser zieht, ist das innerhalb dieses Ringes mittlerweile ganz ordentlich. Außerhalb dieses Ringes wird es schnell mal ungemütlich auf den Straßen.

Und wie gehen Sie damit um?

Schäkel: Meistens suche ich mir angenehme Ausweichrouten abseits der Hauptstraßen, sodass ich nicht immer hochkonzentriert bleiben muss, ob ein unaufmerksamer Autofahrer mich übersieht. Es gibt ein paar schwierige Stellen in Köln, bei denen stellen sich mir immer die Nackenhaare auf. Dazu gehören die Rechtsabbiegerspur Innere Kanalstraße, Ecke Aachener Straße und der Barbarossaplatz. Der innere und äußere Grüngürtel oder die Rheinuferstraße sind wiederum top. Dort macht das Radfahren einfach Spaß.

Wie fahren Sie dann zur Koelnmesse?

Schäkel: Ich wohne Nähe S-Bahnhof Hansaring. Von dort fahre ich einen etwa vier Kilometer langen Weg über die Zoobrücke. Dafür benötige ich rund 15 Minuten. Der Weg ist zwar laut, aber hier kann ich fast ohne Ampeln durchfahren und kreuze selten Fußgänger, auf die ich achten muss. Ganz anders gestaltet sich der über 1 Kilometer kürzere Weg über die Hohenzollernbrücke. Hier sind zahlreiche Ampeln. Außerdem ist auf der Brücke im Sommer dank der zahlreichen Fußgänger kein Durchkommen.

Sie fahren ein sportliches Mountainbike. Nutzen Sie das auch mal für längere Geländetouren?

Schäkel: Die wilden Zeiten im Gelände sind vorbei. Heute geht es für mich fast ausnahmslos durch die Stadt. Aber für diesen Sommer/Herbst plane ich eine Fahrt zu einem Freund nach Karlsruhe. Da werde ich dann quer durch den Hunsrück fahren und vielleicht auch wieder zurück.

Mit dem E-Bike wäre das sicher bequemer.

Schäkel: Ein E-Bike steht bei mir nicht zur Debatte. Ich bleibe bei der CO2-neutralen Fortbewegung. Außerdem kann ich mich von meinem geliebten Mountainbike Stumpjumper von Specialized, dem damit verbundenen Gefühl und den Erinnerungen nicht so einfach trennen. Als ich vor 25 Jahren erstmalig aufsattelte, erkannte ich sofort, dass die Geometrie des Rahmens für mich perfekt ist. Das ist bis heute so. Ich genieße einfach den körperlichen Ausgleich nach dem Bürojob. Das würde mir beim E-Bike fehlen.

 

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