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Koelnmesse-Fahrradfahrer im Interview

Die „Fernfahrerinnen“ Barbara Schöller, Mitarbeiterin Protokoll, und Anke Heegewaldt, Direktmarketing-Managerin, berichten vom Pendeln über längere Strecken.

Anke Heegewaldt (links) und Barbara Schöller sind längere Strecken zur Arbeit gewohnt.

Frau Schöller, Frau Heegewaldt, warum pendeln Sie über so enorme Strecken?

Schöller: Ich treibe gern Sport und bin gerne draußen – beim Radfahren kann ich beides optimal kombinieren. Das Fahrradpendeln über 35 Kilometer morgens und abends betrachte ich nicht als Arbeitsweg, sondern als Fitness- und „Abschaltprogramm“. Meine Strecke führt abwechselnd durch Orte und landschaftlich schöne Abschnitte – es ist also von allem etwas dabei. Ich freue mich immer auf die rund zwei Stunden, die ich dann nur für mich habe. Radeln hat auch etwas Meditatives.

Heegewaldt: Ich nutze den etwa 17 km langen Weg zur Arbeit bei vernünftigem Wetter sehr gerne, um frische Luft zu tanken und mich nebenbei fit zu halten. Anfangs habe ich lange Zeit den kürzesten, aber sehr abgas- und gefahrenreichen Weg über die Luxemburger Straße genommen. Das machte jedoch keinen Spaß. Deshalb er“fuhr” ich peu à peu eine sehr schöne Strecke, die weitestgehend durchs Grüne über Felder, den Grüngürtel, den Stadtwald, Kanäle und den inneren Grüngürtel bis zum Lentpark führt. Zum Abschluss auf der Zoobrücke belohnt das wunderschöne Kölner Panorama und der Blick auf den Dom. So wird der Weg zur Arbeit die perfekte Kombination aus Naherholung und wach und frisch für die Arbeit zu sein!

Frau Heegewaldt, Sie fahren ein sportliches Rennrad. Nehmen Sie damit auch an Rennen teil?

Heegewaldt: Ich habe das Glück, einige radbegeisterte Frauen um mich zu haben. Gemeinsam fahren wir bei Rund um Köln, diversen Rad Touristik Fahrten (RTF) mit und auch einmal im Jahr auf Mallorca. Die 45-minütige Tour zur Arbeit ist eine prima Vorbereitung und Ergänzung. Allerdings kommt es mir nicht so sehr auf die Geschwindigkeit an, sondern viel mehr auf die Freude an der Bewegung. Den noch größten Spaßfaktor bietet allerdings das Mountainbiken. Beim Biken durch den Wald kann man perfekt die Ruhe und die Natur genießen. Hier spielen Kondition, Technik und Naturerleben eine wesentlich größere Rolle als die Geschwindigkeit.

Im Vergleich zum Rennrad Ihrer Kollegin sieht Ihres vielleicht nicht so schnittig aus, Frau Schöller. Aber das ist beim Pendeln vielleicht gar nicht nötig, oder?

Schöller: Für mich muss ein Fahrrad praktisch sein, dazu gehört beispielsweise ein Gepäckträger und – da ich seit drei Jahren bei (fast) jedem Wetter fahre – sind mir auch Schutzbleche wichtig. Ich habe das Glück, fast die gesamte Strecke auf Radwegen fahren zu können. Leider sind diese jedoch häufig mit Schlaglöchern und Baumwurzeln gespickt. Ein Teil der Strecke führt auch über Waldwege. Insgesamt ist ein Trekking-Bike für mich daher eine gute Lösung.

Gab es ein besonderes Erlebnis?

Schöller: Für mich ist die Natur wie eine „Tankstelle“ und immer wieder ein besonderes Erlebnis! Jeder Sonnenaufgang und -untergang ist spannend, auch der Nebel über den Wiesen, die blühenden Obstbäume, Rehe beim Frühstück: ein ewiger Kreislauf und immer im Gleichgewicht. All das bekomme ich ganz bewusst mit. Ansonsten hatte ich nur ein nicht so schönes Erlebnis, als mich an einer Kreuzung ein Autofahrer übersehen hat. Der Sturz ist jedoch glimpflich ausgegangen.

Heegewaldt: Ein besonderes Erlebnis der negativen Art war ganz zu Anfang mal, dass ich zwei Platten auf einer Fahrt flicken musste. Bei schönem Wetter ist die Fahrt durch die Kölner Parkanlagen im Sommer immer ein Erlebnis: Dort pulsiert das Leben!

Der Betriebsrat der Koelnmesse hat die Frage aufgegriffen, ob den Mitarbeitenden unter anderem E-Bikes als Dienstfahrräder ermöglicht werden könnten. Wäre das ein Thema für Sie beide?

Schöller: Das ist auf jeden Fall ein tolles und zeitgemäßes Angebot! Ob es für mich persönlich in Frage kommt, weiß ich noch nicht. Ich trete (noch) ganz gerne selbst in die Pedale.

Heegewaldt: Ja, auf jeden Fall! Ich freue mich sehr über dieses Angebot! Mein Rennrad ist schon recht betagt. Das würde sehr gut passen – aber es muss sich auch rechnen.

Wenn Sie beide einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für die Fahrrad-Pendlerinnen – nicht nur der Koelnmesse – wünschen?

Heegewaldt: Auch an unserem zukünftigen Bürostandort wünsche ich mir weiterhin Duschmöglichkeiten. Eine Umkleide mit Dusche ist die Grundvoraussetzung für das Rad-Pendeln über längere Strecken. Außerdem sollten Stromanschlüsse für E-Bikes geplant werden. Wenn dann auch noch die Radautobahnen von der Stadt Köln und dem Land gebaut werden und Gefahrenstellen zugunsten der Fahrradfahrer entschärft würden, wäre das Paket rund. Nicht zu Unrecht rangiert Köln in Studien zur Fahrradfreundlichkeit bisher auf den letzten Plätzen.

Schöller: Bei dem Thema Umkleiden und Duschen schließe ich mich auf jeden Fall Frau Heegewaldt an. Von der Stadt Köln und der Region wünsche ich mir eine Verbesserung der Fahrradwege, da der teilweise wirklich schlechte Belag auch nicht ganz ungefährlich ist. Und an dieser Stelle auch eine ganz große Bitte an alle autofahrenden Kolleginnen und Kollegen: abblenden, wenn einem Radfahrer entgegenkommen!

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